PSD2 und Instant Payments – Eine kritische Auseinandersetzung mit den neuen Standards für elektronische Zahlungsdienste

Die vorliegende Studie gibt einen Überblick über die mit der EU-Richtlinie 2015/2366, auch Zweite Zahlungsdiensterichtlinie, einhergehenden wesentlichen Neuerungen und damit verbundenen Implikationen in der Finanzbranche.

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Die Zweite Zahlungsdiensterichtlinie

Die EU-Richtlinie 2015/2366 bezeichnet die sogenannte Zweite Zahlungsdiensterichtlinie, auch Payment Services Directive 2 (PSD2). Mit ihrem Inkrafttreten am 12. Januar 2016 wurden maßgebliche Vorgaben an europäische Banken und Finanzdienstleister im Bereich elektronischer Zahlungen getätigt. Insbesondere werden Kreditinstitute ab 2018 verpflichtet, Drittanbietern über kostenfrei bereitgestellte Softwareschnittstellen den Zugriff auf die hinterlegten Konten zu gewähren. Konkret sind es die sogenannten FinTechs, also innovative Start-up-Unternehmen aus der Finanzbranche, denen die Regulatoren durch die Richtlinie die Ausübung neuartiger Geschäftsmodelle erleichtern wollen. Durch den Zugriff auf über eine Milliarde betroffener Konten sollen somit die Bankkunden künftig unabhängig von ihrer Bank und der von ihr bereitgestellten Online-Banking-Anwendung via Softwarelösungen dritter Unternehmen ihre Konten verwalten und Transaktionen anstoßen können.

Immense Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie der Banken

Die Auswirkungen für die Banken auf die eigene Unternehmensstrategie und die Art und Weise, wie Produkte den Kunden angeboten werden, erscheinen immens. Ebenso lässt sich ein hoher softwaretechnischer wie prozessualer Implementierungsaufwand erwarten. Für Andreas Krautscheid vom Bundesverband deutscher Banken seien diese Anforderungen daher „unverständlich“. Er befürchte, „die etablierten Geldhäuser könnten im Privatkundengeschäft bis zu 40 Prozent ihres Gewinns verlieren“.

Neben der Zweiten Zahlungsdirektive existiert mit Instant Payments ein weiterer neuer Standard im Finanzbereich, dem erhebliche Konsequenzen für die Bankenwelt nachgesagt werden. Ist es bislang üblich, dass Überweisungen von einem Konto auf ein anderes mehrere Stunden respektive bis zur finalen Buchung auf das Konto des Zahlungsempfängers einen Werktag benötigen, so soll mittels Instant Payments eine Überweisung künftig innerhalb von wenigen Sekunden vollständig verrechnet sein. Auch hier ist von einem erheblichen Implementierungsaufwand für die zuständigen Banken ob der deutlich angestiegenen Anforderungen auszugehen.

Studie der EFDIS AG

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die wesentlichen Neuerungen, die mit der Zahlungsdiensterichtlinie einhergehen, zu beleuchten und darüber hinaus die Intentionen der Regulatoren sowie die möglichen finanzwirtschaftlichen Auswirkungen zu beurteilen. Auch soll durch Aufzeigen der Implikationen des Richtlinientexts eine Bewertung der Chancen und Risiken für die einzelnen Marktteilnehmer, also Banken und FinTechs, erfolgen. Inwiefern auf Basis des Richtlinientexts eine weitere regulatorische Auslegung durch verschiedene Instanzen auf europäischer wie deutscher Ebene erfolgt und in welchem Umfang die Direktive Einzug in die Gesetzgebung in Deutschland findet, soll ebenfalls
im Rahmen dieser Arbeit analysiert werden. Es gilt darüber hinaus, kritisch zu hinterfragen, welche Auswirkungen die Richtlinie auf IT-sicherheitskritische Aspekte im Online-Banking-Bereich hat. Hierzu erfolgt anhand des Richtlinientextes, themenverwandter Verordnungen, Sekundärliteratur sowie weiteren Publikationen eine diskursive und zusammenfassende Analyse und Bewertung, die verschiedene wissenschaftliche Positionen sowie Expertenmeinungen aus den betroffenen Themenfeldern berücksichtigt.

Download der Studie

Die Studie zu PSD2 und Instant Payments wurde bei der EFDIS AG Bankensoftware im Rahmen einer Masterarbeit im Fachbereich Informatik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut eingereicht.

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